Motorradfahren:
Vier von uns fünfen, nämlich die Eltern, Katrin und Franziska, fahren inzwischen Motorrad. Katrin hat gleich mit 18 angefangen, und Renate
wollte da nicht lange zurückstehen. Im August 2003 stand eine
viertägige Tour durch die Dolomiten auf dem Programm - mit Sonne
und Regen und Hagel und allem, was das Fahren interessant macht. In der Zwischenzeit sind noch weitere Touren - auch anderswohin und mit größerem Umfang - gefolgt. Und der
Vater hatte
schließlich auch keine Lust, bloß mal hinten drauf zu
sitzen und hat auf dem Umweg über eine 125er Intruder inzwischen
auch zum "richtigen" Führerschein gefunden... Dass Franziska bei diesen Vorbildern ihre Fahrausbildung gleich auf Motorrad erweiterte, liegt auf der Hand. Neben der nach wie vor vorhandenen 125er stehen eine Bandit 600 N und eine Honda CBF in der Garage. Die GS 500 E von Katrin hat ihren Platz woanders.
Reisen:
Renate ist diejenige, die immer wieder gerne hinter den Horizont schaut
und ihrem Toni dann kurz und deutlich sagt: "Komm halt mit - oder bleib
da, dann gehe ich eben alleine!" Na ja, komm ich halt mit. So kamen wir 1999 zu unserer
bisher längsten Reise nach Kuala Lumpur, wo mein Schulfreund Rolf
damals für die GTZ ein Projekt betreute. Da es bis dahin keine Hochzeitsreise gegeben hatte, war trotz der Entfernung letztlich nicht viel einzuwenden. Besagter Freund hat inzwischen seinen Familienmittelpunkt nach Schottland verlegt, genauer gesagt nach Helensburgh, und so mussten wir fast zwangsläufig auch Schottland bereisen. Das war wirklich nicht zu umgehen, denn Renate ist die Patentante des in Schottland geborenen jüngsten Sprösslings von Rolf geworden. Und ihr Patenkind Dylan muss sie natürlich noch öfter besuchen.
Manchmal fällt uns aber auch ein Reiseziel ein, wo wir noch niemand kennen, wie im Jahr 2005 Budapest. Das ergab sich einfach so aus der Idee, unseren ersten Ausflug nach Wien zu wiederholen und noch ein wenig dranzuhängen. Und weil es schön war und Germanwings billige Flüge bot, kam Budapest im Januar 2006 gleich noch ein zweites Mal dran.
In Prag waren wir auch noch nie gewesen, so dass sich für 2007 die nächste Tour aufdrängte. Von Stuttgart aus mit Lufthansa ist das nur ein Katzensprung. Natürlich darf eine Stadt nicht ausgelassen werden: Roma, la città eterna. Februar 2008 war ein prima Termin. Bestes Wetter und wenig Andrang. Warteschlangen gab's nur am Flughafen bei der Gepäckausgabe.
Essen:
Wer sich in fremden Landen aufhält und dort nur nach
Schnitzel und Pommes jammert, ist selber schuld. So echt lohnend
sind nur die Dinge, die man nicht schon von zu Hause kennt. Und so sind
wir nach unseren Erfahrungen in Malaysia zu fanatischen Anhängern
der südostasiatischen Küche geworden. Haben dort doch Thai, Malaien, Inder, Chinesen, Japaner, Amerikaner und Europäer mehr oder weniger stark die Küche beeinflusst. Aber auch weniger weit weg gibt es gute Dinge zu essen. Die Italiener haben es uns da besonders angetan. Und was manchen wundert: Auch auf der britischen Insel lohnt es sich, nach den einheimischen Produkten zu schauen. Eine Rundreise durch Schottland hat bei uns einige Spuren hinterlassen. Fish and chips direkt am mehr - mmmmh! Sichtbare Erinnerung an Schottland ist die Sammlung verschiedener Highland Single Malt Whiskies, die im Wohnzimmer griffbereit im Schrank steht.
Basteln:
Mit der Hand am Arm etwas Produktives leisten - das ist eigentlich die intensivste Form einer befriedigenden Tätigkeit: Man sieht etwas entstehen aus eigenem Können (na ja, manchmal geht's auch daneben, das ist Ansporn zum Neubeginn). Als ersten Sprung ins kalte Wasser des Heimwerkens hat Toni zur Hochzeit das Bett selbst gebaut - nach einem Entwurf aus der Zeitschrift "Brigitte". Einige Teile davon leben immer noch und sind inzwischen zu Wandregalen umgebaut. Seit wir im eigenen Haus wohnen, gibt es genügend Dinge zu tun - man kann einen Keller ausbauen oder Decken mit Holz verkleiden, Kabel für DSL oder Telefon verlegen (dabei sich ärgern, dass man beim Hausbau keine Leerrohre eingeplant hat), man kann eine Holzterrasse bauen oder einen Stellplatz pflastern. Die letzen beiden Aktionen wären allerdings ohne Rainers Kenntnisse und Muskeln nicht so einfach gegangen. Als Beamter hat man ja wenig Gelegenheit zu täglichem Training.
Garten:
In "Schöner Wohnen" wird unser Garten sicher nie auftauchen, dazu ist er zu klein und zu wenig Planung drin. Wir sehen aber gerne Blumen wachsen und Tomaten reif werden, und frisch aus dem Garten
kommendes Gemüse ist geschmacklich von nichts anderem zu übertreffen. Wir freuen uns, dass überhaupt etwas wächst und wundern uns, dass die Natur trotz unseres fehlenden Geschicks die Pflanzen immer wieder überleben lässt. Zu den überlebenden Gewächsen zählen vor allem Kürbisse - pflegeleicht und unempfindlich. Daraus wird zumeist "brodelnde Hexensuppe" gekocht. Den Namen trägt sie zu Recht, denn da kochen 4 Pfefferschoten der extra scharfen Sorte mit (auch aus eigenem Anbau, wenn das Wetter mitgespielt hat). Damit man sich die Zunge nicht total verbrennt, gehört ein Klacks Schmand mit hinein, der dafür sorgt, dass das Brennen rechtzeitig aufhört. Details gibt es gesondert unter "Rezepte".
Fotografieren:
Irgendwann reicht es nicht mehr, nur immer die üblichen Schnappschüsse von Kindern, Familie und ähnlichem zu knipsen. Das Medium bietet einiges mehr. Renate hat die gestalterische Seite mit herkömmlicher chemischer Technik und einer Canon EOS 500 N systematisch angegangen und in der Tübinger Volkshochschule mit Gudrun de Maddalena eine engagierte Fotografin gefunden, bei der sie schon einige Kurse mitgemacht hat. Porträts, Landschaften, Rummelplatz - das alles lässt sich in größerer Gemeinschaft wunderbar erforschen und bei jedem Kurs macht man die verblüffende Erfahrung: Zehn verschiedene Leute, die denselben Gegenstand betrachten, sehen zehn verschiedene Dinge! Nach vorsichtigem Einstieg in die digitale Welt mit einer Kompaktkamera ist jetzt mit einer EOS 1000D das digitale Zeitalter voll ausgebrochen.
Im Gegensatz zu Renate ist Toni der Ausprobierer, der alles zwar zuerst systematisch überdenkt, dann aber alle Möglichkeiten selbst ausprobiert - und dadurch manchmal auch etwas lernt. Dieser Herangehensweise kommt natürlich die digitale Kameratechnik sehr entgegen. Seit rund sieben Jahren hat er eine Fuji S 602 und jagt fotografisch hinter allem und jedem her. Da kommt es der schwäbischen Sparsamkeit sehr entgegen, dass man ohne Kosten alles mal ausprobieren und bei Misslingen sofort wegschmeißen kann.
Nützlich war das Gerät natürlich auch bei der Erstellung der Hauszeitschrift des Regierungspräsidiums, auch wenn die Bilder dort in Schwarzweiß und schlechtem Druck manchmal untergegangen sind.
Italienisch
Aus irgendeinem Grunde - keiner weiß wie es kommt - hat unsere Familie eine besondere Affinität zu Italien. Jedenfalls zu Menschen, die von dort stammen, wenn auch nicht immer zur Gänze. Und wenn sich schon einmal freundschaftliche Kontakte anbahnen, kommt auch das Interesse an einer wohlklingenden Sprache zum Vorschein. Im Herbst 2005 haben wir es dann endlich gepackt und uns bei der Volkshochschule angemeldet. Den zweiten Anfängerkurs bei Valeria B. haben wir 2006 abgeschlossen. Ciao oder Buongiorno zu sagen fällt uns nicht mehr schwer, und wir können uns auch schon etwas mehr zu essen bestellen als Pizza Salame. Nach Freizeitgestaltung (Che fate di bello nel tempo libero?) als Konversationsthema sind wir mit dem Passato Prossimo auch ein wenig in grammatische Feinheiten eigedrungen. Danach versuchte Antonella M. nach intensiven Wiederholungslektionen uns auf das Niveau A2 zu bringen. Mangels weiterer Teilnehmer hat sich der Entringer Kurs leider nicht fortsetzen lassen. Renate übt daher in Tübingen bei Valeria weiter, während Toni autodidaktisch voranschreitet.
Auto:
Seit Rainer kurz nach dem Erwerb des Führerscheins den alten Corsa von Renate übernomen hat, wurde aus ihm ein eingefleischter Fan von Autos des Herstellers aus Rüsselsheim. Nicht genug damit, dass er jede denkbare Schraube an seinem Auto auch unbedingt einmal bewegt haben muss - er baut auch ständig neuen Schnickschnack ein und wieder aus. Der Corsa fiel im Oktober 2003 allerdings dem TÜV zum Opfer, und jetzt fährt Rainer seinen zweiten Vectra. Seine Faszination tobt er im Opel-Club aus. Für die übrigen Familienmitglieder sind die (vierrädrigen) Fahrzeuge in aller Regel nur Mittel zum Zweck.
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